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Ein bewegter Beweger

+ Weihbischof Leo Schwarz

Das Bistum Trier und viele Partner weltweit trauern um Weihbischof Leo Schwarz. Am 26. November starb er im Alter von 87 Jahren. Bischof Stephan Ackermann würdigt den Verstorbenen: „Durch den Tod von Weihbischof Leo Schwarz verlieren wir einen kraftvollen Zeugen des Evangeliums und einen unermüdlichen Anwalt für die Armen und Kleinen weltweit.“ Gerade sein besonderes weltkirchliches Wirken bewegt Viele.

Pionier der Bolivienpartnerschaft

Weihbischof Leo Schwarz ist ein Pionier der Bolivienpartnerschaft, die 1960 von dem Trierer Bischof Matthias Wehr und dem Erzbischof von Sucre / Bolivien José Clemente Maurer 1960 verabredet wurde. Zwei Jahre nach seiner Priesterweihe erklärte er sich nach dem Aufruf von Bischof Wehr bereit, in der ersten Equipe von drei Trierer Priestern in der Partnerdiözese Sucre / Bolivien als Seelsorger zu wirken. Von 1962 bis 1970 war er als Pfarrer in Monteagudo und Muyupampa tätig. Zusammen mit den bolivianischen und deutschen Mitbrüdern, den Ordensgemeinschaften der Trierer Josefsschwestern und des Instituto Mariano und einer Reihe von Entwicklungshelfern förderte er den Aufbau des kirchlichen Lebens; dazu gehörten die Ausbildung von Katechisten und der Bau von Kapellen in den Landgemeinden.

Gegen die Armut und Ausbeutung der Landbevölkerung, ihre Vernachlässigung und Diskriminierung setzte er den Aufbau von Schulen und landwirtschaftlichen Genossenschaften, die Gründung von Gesundheitsposten und die Erschließung neuer Siedlungsgebiete wie in Ticucha. Mit seinen Berichten über die soziale und pastorale Arbeit trug Leo Schwarz von Bolivien aus prägend zum Aufbau der damaligen „Bolivienhilfe“ des Bistums Trier bei. Im Priesterseminar wie in den Pfarreien wurden die Berichte gelesen und verbreitet. Sie gaben den Anstoß zu örtlichen Hilfsaktionen und unterstützten die bistumsweiten Bolivienaktionen der Bolivienkollekte und der Bolivienkleidersammlung der Katholischen Jugend in Verantwortung des BDKJ.

Anders leben, damit andere überleben

Der vom Zweiten Vatikanischen Konzil geschärfte Auftrag der Kirche an der Seite der Armen und Bedrängten wird zur Leitschnur des Wirkens von Leo Schwarz als Pfarrer in der Partnerkirche und später als Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Misereor, die er von 1976 bis 1982 leitet.

„Damit die Armen überleben, müssen wir anders leben.“ Das Leitwort der Misereor-Fastenaktion 1977 hat Leo Schwarz geprägt; es wird zum Motiv, das den eigenen Lebens-, Wirtschafts- und Konsumstil mit den Lebenschancen der Armen verknüpft. Beim 85. Deutschen Katholikentag 1978 in Freiburg entfaltet Leo Schwarz vor einem großen Publikum die sozialen, theologischen und gesellschaftlichen Dimensionen dieses „seines“ Themas. Es ist der Katholikentag, an dem auch Mutter Teresa als Gast teilnimmt.

Weltweite Verbindungen pflegen

Bei Reisen zu Projektpartnern und kirchlich Verantwortlichen in Brasilien wurde er auf die besondere Beziehung einzelner Bischöfe zu seiner eigenen Heimat im Hunsrück aufmerksam. 1982 zum Weihbischof berufen und geweiht hat er sich beharrlich bemüht, dass das Bistum Trier den Kontakt sucht zu den Nachfahren der Auswanderer des 19. Jahrhunderts nach Rio Grande do Sul in Südbrasilien. Früchte seines Bemühens war die Einladung aller Bischöfe, deren Vorfahren aus dem Bistum Trier stammen, zur Heilig-Rock-Wallfahrt 1996; seither hatte Weihbischof Leo regelmäßige Kontakt zu ihnen.

Als Verantwortlicher für die Diözesanstelle Weltkirche war ihm der Kontakt zu den Missionarinnen und Missionaren sowie zu den Fachkräften aus dem Bistum ein besonderes Anliegen. Dazu gehörten die jährlichen Treffen der Missionare während des Heimaturlaubs oder die Begegnungen bei den Heilig-Rock-Wallfahrten.

Mit und von den Armen lernen

Eine zentrale Aufgabe, die Leo Schwarz stets bewegt hat, ist der Bildungsauftrag in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Das ist insbesondere an seinem Engagement für die die Entwicklung der Exposure-Programme der Kommission Justitia et Pax abzulesen. Wenn Verantwortungsträger aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kirche in den Alltag eines Armen in einem Land des Südens eintauchen, wie es die Exposure- und Dialog-Programme ermöglichen, so ergeben sich Intensivtage eines weltkirchlichen Lernens: Individuelle Lernerfahrungen von Mit-Leiden, von Solidarität. Die dabei entdeckten Impulse für politisches Handeln sollen weiterwirken und auch das Lernen von Organisationen mitprägen – durch das miterlebte Leben und durch das Zeugnis der Armen. Mit dem Zeugnis der eigenen Erfahrungen von Exposure-Programmen in Bangladesch, auf den Philippinen und in Bolivien hat er gesellschaftliche Verantwortungsträger und auch bischöfliche Mitbrüder dazu bewegt, sich der Lebensrealität der Armen auszusetzen und sich davon berühren und verändern zu lassen.

Europa mitgestalten

Leo Schwarz gehört zu den Gründungsvätern und -müttern von Renovabis. Auch als Präsident der europäischen Justitia et Pax-Kommission hat er die Solidarität und den Dialog mit den östlichen Partnern vorangetrieben und das Miteinander der Christen in West- und Osteuropa gefördert. Befragt nach der Bedeutung der Europäischen Ökumenischen Versammlungen sagte er nach der Europäischen Versammlung 2007 in Sibiu / Rumänien: „In Basel 1989 haben wir uns die Hand gereicht, in Graz 1997 haben wir uns in die Augen geschaut und jetzt in Sibiu haben wir Freundschaft geschlossen.“

Als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Gründung der Solidaritätsaktion für die Menschen in Mittel- und Osteuropa Renovabis leitete Weihbischof Leo Schwarz 1993 die erste provisorische Geschäftsstelle in Trier und gestaltete die erste Pfingstaktion mit. Die Vielfalt der Kirchen in Europa und ihren spirituellen wie theologischen Reichtum bewusster wahrzunehmen und wertzuschätzen, war ihm ein zentrales Anliegen. Dialog und lebendige Partnerschaft, „den Austausch der Gaben“ zu suchen: das hat Leo Schwarz immer wieder unter Berufung auf Johannes Paul II. als Basis des Miteinanders dargestellt.

Weihbischof Leo Schwarz legt uns ein herausforderndes und gerade heute hochaktuelles Erbe der weltkirchlichen Zusammenarbeit wie der globalen Gerechtigkeit in die Hände. Tragen wir es gemeinsam in die Zukunft!

Ludwig Kuhn
Leiter der Diözesanstelle Weltkirche
28.11.2018

Jahrestagung Weltkirche und Mission mahnt besseren Schutz der Religionsfreiheit an

Rund 140 Vertreter der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland und Gäste aus Indien, Pakistan, Kirgistan und der Arabischen Halbinsel haben sich auf der diesjährigen Jahrestagung Weltkirche und Mission, die vom 4. bis 6. Juni 2018 in Würzburg stattgefunden hat, für einen engagierteren Schutz der Religionsfreiheit in allen Teilen der Welt ausgesprochen. Wie Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche und Mitglied des Präsidiums der Tagung erklärte, stehe dahinter die Sorge um bedrängte religiöse Minderheiten, zu denen in einigen Staaten auch viele Christen zählen. Kirchenvertreter aus Indien, Pakistan, Saudi-Arabien und Bahrein hatten über die Situation in ihren Ländern berichtet und machten deutlich, welchen Herausforderungen die Glaubensgemeinschaften gegenüberstehen.

In einer gemeinsam verabschiedeten Erklärung zur Religionsfreiheit heißt es: „Wir müssen feststellen, dass die rechtlichen Instrumente zum Schutz der Religionsfreiheit nicht ausreichen, um dieses Menschenrecht umfassend abzusichern. Deshalb drängen wir auch in unserer Gesellschaft und in unserer Kirche darauf, für das Recht auf Religionsfreiheit im nationalen und internationalen Dialog mit mehr Nachdruck einzutreten, nicht zuletzt bei den Vereinten Nationen.“ Weiter...

Die Abschlusserklärung zur Religionsfreiheit ist als pdf-Datei verfügbar.

Die Diözesanstelle Weltkirche ist verantwortlich für die Weiterentwicklung des weltkirchlichen Engagements des Bistums Trier. Sie ist Geschäftsstelle der Bistumskommission für weltkirchliche Aufgaben, kooperiert mit den kirchlichen Hilfswerken und vertritt das Bistum in weltkirchlichen Gremien auf Bundesebene.

Die Diözesanstelle Weltkirche unterhält Kontakte zu weltkirchlichen Partnern und Gästen und bearbeitet Anfragen aus anderen Ortskirchen an das Bistum Trier.

Weltkirchlich lernen und kooperieren

Die Diözesanstelle Weltkirche ist die Fachstelle für weltkirchliches Lernen und weltkirchliche Kooperation des Bistums Trier. Die Diözesanstelle Weltkirche sorgt mit dafür, dass weltkirchliche Mitverantwortung als eine Querschnittsaufgabe in den verschiedenen Lebens- und Verantwortungsbereichen der Trierer Ortskirche wahrgenommen wird. Sie unterstützt lokale Initiativen der Eine-Welt-Arbeit, des missionarischen Engagements und weltkirchlicher Partnerschaft in der Diözese; sie berät und fördert Verantwortliche auf Pfarrei-, Dekanats- und Bistumsebene und trägt Sorge für die Umsetzung der Aufgaben und Verpflichtungen des Bistums Trier in und für die Weltkirche. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Weiterentwicklung der Partnerschaft des Bistums Trier mit der Kirche Boliviens.

Die Diözesanstelle Weltkirche arbeitet mit den katholischen Hilfswerken zusammen und repräsentiert diese in der Diözese Trier.