28. Oktober 2018 - "Gott ist uns Zuflucht und Stärke"

Sonntag der Weltmission blickt auf Äthiopien

  • Sonntag der Weltmission 2018

    Äthiopien: Den Menschen Heimat geben

    "Wiege der Menschheit", Ursprungsland des Kaffees und Heimat der Königin von Saba: Äthiopien, das Beispielland des Weltmissionssonntags am 28. Oktober 2018, ist eine alte Kulturnation und bekannt für sein urchristliches Erbe.

    Gleichzeitig steht das Land vor vielen Herausforderungen. Trotz Modernisierung und stark wachsender Wirtschaft ist Äthiopien immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Ethnische Konflikte und religiöse Umbrüche führen in dem autoritär geführten Land zu wachsenden Spannungen. Dennoch bietet Äthiopien vielen Tausend Flüchtlingen Zuflucht.

    „Gott ist uns Zuflucht und Stärke” (Psalm 46) lautet das Bibelzitat zum Weltmissionssonntag 2018, unter dem missio die Arbeit der katholischen Kirche in Äthiopien vorstellt. Nur 0,7 Prozent der Äthiopier sind Katholikinnen und Katholiken. Dennoch entfalten sie große Wirkung. Die Kirche engagiert sich für entwurzelte Menschen und schenkt ihnen neue Lebensperspektiven. Sie gibt den Menschen Heimat.

    Vom 21. bis zum 28. September 2018 hat Father Petros Tesfaye, Generalvikar von Gambella als missio-Gast das Bistum Trier besucht.

  • missio Gast Pfarrer Petros Tesfaye (Kurzportrait)

    Zitat: "Das Evanglium ist voll von Antworten und Hoffnung"

    Über mangelnde Herausforderungen kann sich Tesfaye Petros nicht beklagen. Der Generalvikar des Apostolischen Vikariats Gambella vertritt seit 2015 den erkrankten Bischof und kümmert sich als Pfarrer um acht Gemeinden. Schon die klimatischen Bedingungen sind schwierig. Das Tiefland im Südwesten von Äthiopien ist extrem heiß. In der Regenzeit gehört es zu einem der gefährlichsten Malariagebiete Äthiopiens. Auch das Zusammenleben zwischen verschiedenen Volksgruppen ist nicht einfach. Zwischen Bauern- und Hirtenvölkern kommt es immer wieder zu Konflikten. Die Grenzregion ist zudem Zufluchtsort für tausende südsudanesische Flüchtlinge. Viele Menschen sind bitterarm und ohne Hoffnung. Sie haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser oder Schulbildung. Mädchen werden früh verheiratet, Frauen sind oft Gewalt ausgesetzt. „Vielerorts scheint das menschliche Leben nicht mehr wert zu sein als das eines Tieres“, sagt Petros ernüchtert. Eine Situation, die den 40-Jährigen verzweifeln lassen könnte.

    Doch er sieht, was sich verändert, wenn Menschen von Gott erfahren. Wenn sich jemand um sie kümmert, ihnen vom Wert des Lebens erzählt. „Unsere Mission ist es, denen Hoffnung zu bringen, die keine Hoffnung haben“, sagt Petros. „Das Evangelium ist voll von Antworten und Hoffnung.“ Und es wirkt, wo Menschen ihr Herz öffnen. Das schafft Petros allerdings nicht alleine. Als Verantwortlicher für das katechetische Zentrum des Vikariats bildet er Frauen und Männer zu Gemeindehelferinnen und -helfern aus. Er versetzt sie in die Lage, Menschen beizustehen, sie mental zu stärken und spirituell zu festigen.

    Petros ist es egal, ob jemand zum Volk der Anuak, Nuer, Majang oder Komo gehört. „Wir erzählen allen von Gott“, sagt er. Auch südsudanesische Flüchtlinge in den Camps betreut die Kirche in Gambella mit Hilfe von missio seelsorgerisch.

    Aufgabe der Kirche sei es – vor allem in einer konfliktreichen Grenzregion wie Gambella – alle Menschen friedlich zusammenzubringen. „In der Evangelisierung liegt eine große Chance“, erklärt Petros. „Indem wir gemeinsam beten, essen, lernen und arbeiten, versuchen wir, Einheit zu schaffen.“ Mit Erfolg. Immer öfter kommen Dorfgemeinschaften auf Pfarrer Tesfaye Petros zu, und bitten, dass die Kirche auch in ihr Dorf kommen möge.

    (ein Kurzportrait von Eva-Maria Werner, missio-Aachen)

    Er ist vom 21.09.2018 bis zum 28.09.2018 im Bistum Trier zu Gast.

  • Weiterführende Informationen zum Themenland Äthiopien

    Hier finden Sie umfangreichen  Reader über das Schwerpunktland

  • WMS-Aktionsideen und Materialien für Gemeinden und Gruppen

    Hier finden Sie einen Link zur missio-Homepage für weiterführende Materialien und Aktionsideen zum WMS-Sonntag für Ihre Gemeinden und Gruppen wie bspw. die Frauengebetskette, Gebetskarte und Kerze und vieles mehr.