Die Misereor-Partnerorganisationen in Burkina Faso

Schwerpunkt: Gerechte Landwirtschaft

Pflanzen pflanzen in der Wüste...
Pflanzen pflanzen in der Wüste...

Am 5. März 2017 wird die bundesweite Eröffnung der Misereor-Fastenaktion im Bistum Trier stattfinden. Deswegen werden bereits ab Aschermittwoch fünf Gäste aus dem Aktionsland Burkina Faso in Trier sein, um die Eröffnungstage mitzugestalten.

Die Gästegruppe wird aus zwei Bischöfen und drei Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern der beiden burkinischen Partnerorganisationen von Misereor bestehen; sie kommen von "Diobass" und "PASMEP".

„Die Welt ist voller Ideen. Lass sie wachsen.“

Unter diesem Motto widmet sich die Fastenaktion innovativen Ideen in der Landwirtschaft. Es geht um Ideen und Projekte, die die Herausforderungen angesichts von Klimawandel, immer knapper werdender Ressourcen und sich verändernder Bevölkerungsstrukturen zu meistern versuchen.

Die Organisation Diobass unterstützt ländliche Gruppen und Bauernorganisationen dabei, aktiv eigene lösungsorientierte Ansätze für Probleme in der Landwirtschaft zu entwickeln und zu erproben. Dabei stehen das gemeinsame Lernen und Handeln und die wechselseitige Beratung im Vordergrund. Bei erfolgreichen Lösungsansätzen wird das Wissen nach der Erprobungsphase mit allen interessierten Mitgliedern geteilt.

Wie das mit der Milch gehen kann

  • Herausforderung

    Viele afrikanische Staaten haben sich aus der Agrarberatung zurückgezogen.  Landwirtschaftliche Forschung ist in Afrika wegen externer Forschungsgelder oft fremdbestimmt.  Ihre Ergebnisse sind häufig schwer zugänglich, zu teuer oder nicht auf den Bedarf der Bauern ausgerichtet. Die Bedeutung des Wissens der Bäuerinnen und Bauern vor Ort wurde lange nicht in den Blick genommen. 

  • Projektansatz

    Die gemeinnützige Organisation Diobass Ecologie et Société mit Sitz in Ouagadougou hat mittels ihres Aktionsforschungsansatzes mit Bäuerinnen und Bauern zahlreiche Innovationen entwickelt. Hauptziel ist gemeinsames Lernen und Handeln von Kleinbauern, Beratern und Entscheidungsträgern staatlicher Strukturen in Bereichen wie Ressourcen-management, Grundnahrungsmittelproduktion sowie Vermarktung und Organisationsentwicklung.

    Innerhalb der dörflichen Gemeinschaften werden insbesondere die ärmeren Bäuerinnen und Bauern, deren Produktionspotenzial beschränkt ist, in den Blick genommen. Sie betreiben Hirse- und Gemüseanbau sowie Tierhaltung (Geflügel, Ziegen und Schweine). Des Weiteren werden gemeinsam mit anderen NROs, Bauernorganisationen und staatlichen Beratungsstrukturen Strategien zur weiteren Verbreitung besonders erfolgreicher Innovationen erarbeitet.

  • Wirkung

    Bei einer landwirtschaftlichen Innovationsmesse in Ouagadougou stellten 2015 50 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus Mali, Burkina Faso, Senegal, Niger, Benin, Togo und Kamerun ihre Erfindungen vor. In Burkina Faso zum Beispiel haben Bauern im Rahmen ihrer Forschung eine runde Lagerhütte für Zwiebeln entwickelt, die auf 50 Zentimetern hohen Holzpfeilern gebaut ist, sodass  die Luft von unten kommt und gut zirkulieren kann – eine optimale Klimatisierung für die Zwiebeln. Diese verfaulen nicht mehr so wie früher, sondern halten sich bis zu zehn Monate.

    Bauern aus Zemstaaba de Danago in Burkina Faso haben aus einem lokalen Kraut das Puder Songkoadba entwickelt, mit dem sie das Getreidesaatgut behandeln, bevor es auf die Felder kommt. Das ist ein wirksames Mittel gegen Striga, ein Unkraut, das sich als Parasit an die Wurzeln von Hirse, Sorghum und Mais setzt und gravierende Ernte-Ausfälle zur Folge hat.

    (aus Jahresbericht Misereor 2015)

Die gemeinnützige Aktionsplattform PASMEP (Plate-forme d’Actions à la Sécurisation des Ménages Pastoraux) unterstützt nomadisierende Viehhalterinnen und Viehhalter bei der Sicherstellung ihrer Lebensgrundlagen. Dazu versucht sie, deren Grundrechte zu stärken und ihnen bei der Lösung von Konflikten zwischen Nomaden und sesshaften Bauern beratend zur Seite zu stehen.

Darüberhinaus möchte PASMEP den Viehhaltern helfen, ihre Milchproduktion und –vermarktung zu steigern und zu verbessern. Produktion und Vermarktung von Milch könnten bei der Armuts-Bekämpfung in Burkina Faso an sich eine wichtige Rolle spielen; Freihandelsabkommen mit Europa und kommerzielle Interessen von großen europäischen Milchkonzernen schaffen allerdings eher schlechte Rahmenbedingungen dafür.