22. Oktober 2017

Missio - Sonntag der Weltmission

  • Sonntag der Weltmission 2017

    Sonntag der Weltmission 2017: Frauen und Mädchen in Burkina Faso stark machen

    Frauen in Burkina Faso sind die Stütze in Kirche und Gesellschaft. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Familien und im Leben der Gemeinden. Gleichzeitig sind sie vielen Formen von Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt: Zwangsverheiratung, Unterdrückung von Witwen und Hexenglauben, Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung prägen den Alltag vieler Mädchen und Frauen.

    missio unterstützt die Kirche in Burkina Faso, besonders Schwesterngemeinschaften und Katechistenschulen, die Benachteiligung und Ausgrenzung von Frauen abzubauen und Chancengleichheit und Menschenwürde zu fördern. Die Förderung und Stärkung der Frauen setzt eine positive Entwicklung in Gang, von der alle profitieren. Sie ist unentbehrlich für den Schutz des Lebens und die Weitergabe der Botschaft des Heils für alle.

    Vom 14.-22. Oktober 2017 wird Pater Marcellin Windkouni Ouédraogo aus Burkina Faso als missio-Gast das Bistum Trier besuchen (bitte beachten Sie zu seiner Person den Steckbrief). Als Referent steht der Gast für Veranstaltungen (Schulunterricht, Vortrag, Gottesdienst,...) und weitere denkbare Aktionen zur Verfügung. Interessierte, die mit dem Gast eine Veranstaltung vor Ort gestalten möchten, können einen Termin bei Herrn missio-Diözesanreferent Tomasz Welke, Tel. 0651-7105-598  oder per E-Mail tomasz.welke(at)bistum-trier.de vereinbaren. Er freut sich über Ihren Anruf.

  • missio-Gast 2017 im Bistum Trier

    Foto: Hartmut Schwarzbach, missio
    Foto: Hartmut Schwarzbach, missio

    Steckbrief zu unserem missio-Gast 2017

    Familienname: OUEDRAOGO
    Vorname: Marcellin Windkouni
    Wichtige Stationen:
    September 2006 Beginn des Propedeutikums St. Irenée
    September 2007 Beginn der Philosophie im Priesterseminar St. Paul in Kossoghin
    Theologiestudium am Priesterseminar in Koumi, in Bobo Dioulasso
    Juni 2013 Diakonatsweihe
    Juli 2014 Priesterweihe durch Mgr. Justin KIENTEGA
    Seitdem Pastoralarbeit für Goldgräber in den Goldminen Aumônier,  Jugendseelsorger der Katholischen Jugend der Diözese Ouahigouya

    Interview mit Abbé Marcellin Windkouni Ouedraogo:

    1. Beschreibung Sie Ihre aktuellen Arbeit?
    Ich bin Diözesanjugendseelsorger. Ich kümmere mich direkt um die Schüler und Studenten in der Stadt Ouahigouya. Ich koordiniere die verschiedenen Studentengemeinden und die Schulseelsorgestellen. Im Wesentlichen besteht meine Arbeit darin, den Jugendlichen zuzuhören um besser auf ihre Erwarungen antworten zu können.

    2. Wo sind für Sie die größten Problem oder Herausforderungen in Ihrem Handlungsfeld?

    Es gibt viele Herausforderungen in den Diözesanen Jugendbewegungen. Die größten sind: mangelnde Ausbildung auf folgenden Niveaus: intellektuelle, spirituelle, moralische, intellektuelle und berufliche. Es gibt ein schwaches Niveau des geistlichen Lebens und des moralischen Verhaltens. Es gibt Armut und wirtschaftliche Misere. Außerdem besteht die Herausforderung des interreligiösen Dialogs.

    3. Was brauchen die Menschen, mit denen Sie arbeiten?

    Sie brauchen Menschen die ihnen zuhören und die ihnen Nahe sind. Sie brauchen Ausbildung und Erziehung.

    4. Was unterscheidet ihre Arbeit mit den Menschen?

    Ich nähere mich den Menschen in einer persönlichen wie auch gemeinschaftlichen Art.
    Persönlich: durch aufmerksames Zuhören, um ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen und um die Menschen in ihren persönlichen Schwierigkeiten zu begleiten.
    Gemeinschaftlich: durch Aktivitäten im Erziehungsbereich, ansprechende Angebote und Angebote im Evangelisierungsbereich.

    Hierzu kommen auch Erwachsene die eine geistliche Begleitung in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für muslimische Gläubige.

    5. Wie hilft missio Ihnen in Ihrer Arbeit?

    Ich erwarte von missio Hilfe für die moralische und geistliche Ausbildung. Vielleicht ist es sogar möglich eine geistliche Freundschaft mit anderen Jugendlichen im Ausland aufzubauen.

    6. Was ist Ihre schönste und Ihre traurigste Erfahrung in Ihrer Arbeit?

    Die schönste Erfahrung ist, die eine junge Muslima bei der Begegnung mit Christus während eines Gebetes gemacht hat. Sie fühlt sich sehr mit Christus verbunden. Ich begleite sie augenblicklich in der Katechese.

    Die traurigste Erfahrung war mit zwei Jugendlichen, die ich unterstützt habe. Einer wollte in der Gartenarbeit einsteigen. Er sagte, dass er sich auskenne. Er hatte allerdings keinerlei Kenntnisse und hat Düngemittel so stark eingesetzt, das die Pflanzen verbrannt sind.

    Der zweite Jugendliche hat seine Ausbildung abgebrochen und ist nun in der Elfenbeinküste als Goldschürfer unterwegs.

    7. In unserer diesjährigen Kampagne möchten wir die Situation der Frauen in den Fokus nehmen. Was sind die größten Probleme für die Frauen und die jungen Mädchen?

    Die jungen Mädchen sind Opfer von kulturellen Stereotypen, die sie belasten, auch wenn das Gesetz von der Gleichberechtigung der Geschlechter spricht. Daher ordnen sie sich unter und lassen sich durch kulturelle Überlegungen dominieren. Sie sind wirtschaftlich und ausbildungsmäßig vernachlässigt. Sie werden oft misshandelt weil sie schwach sind.

    8. An was denken Sie bei dem biblischen Satz der diesjährigen missio-Kampagne: „Du führst uns hinaus ins Weite"?

    Ich denke zuerst an Jesus Christus, der die Quelle lebendigen Wassers ist und die Taufe, in die wir hineingetaucht sind. Ich denke an die Menschen, die er liebt, denen er Intelligenz, Liebe und die notwendigen Mittel gegeben hat, sie zur Quelle lebendigen Wassers zu führen. Schlussendlich denke ich an die Solidarität Gottes mit den Menschen und die Solidarität, die wir untereinander als göttliches Gebot ausüben sollten.

    9. Könnten Sie einem "nicht religiösen Publikum" kurz sagen, was MISSION, im Kontext Ihrer Arbeit bedeutet?

    Mission bedeutet: gesandt zu sein. Gott schickt mich mittels meines Bischofs. Der Missionar, der ich bin, gehorcht als Mensch, der er ist.

  • Hilfe für die Opfer des Goldrauschs

    Fotos: missio-Aachen
    Fotos: missio-Aachen

     

     

    von Bettina Tiburzy

    Abbé Marcelin Ouedraogo hat die Gabe, seinem Gegenüber schnell ein Lachen zu entlocken. Der 32-jährige Priester ist immer zu einem Spaß aufgelegt, weiß aber auch ein ernstes Gespräch zu führen. Seit seiner Priesterweihe vor zwei Jahr arbeitet er als Jugendseelsorger im Bistum Ouahigouya im Norden Burkina Fasos. Immer wieder geht er auch in die großen illegalen Goldminen und kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die dort arbeiten.

     

    Im Norden von Burkina Faso lagern große Goldvorkommen in der Erde. Tausende Menschen hoffen auf den schnellen Reichtum. Sie graben Stollen in die Erde, etliche bis zu 100 Meter tief. Oft brechen die völlig unzureichend mit ein wenig Holz abgestützten Schächte ein und Menschen sterben. Tagsüber klopfen Mädchen und Frauen Steine klein, damit das wertvolle Metall mit Quecksilber und Zyankali ausgewaschen werden kann. Nachts prostituieren sich viele. Anders können sie nicht überleben. „Den Menschen fehlt das Minimum zum Leben“, erklärt Abbé Marcelin. „Es ist die Armut, die sie in die Goldminen treibt.“

     

    Häufig begegnen Abbé Marcelin in den Goldgräbercamps verzweifelte junge Menschen. „Einmal traf ich ein Mädchen, das völlig verstört war. Mariam sagte, sie wolle sich umbringen“, erzählt er. Sie wollte im Goldgräbercamp Teigwaren verkaufen, frisches Gemüse oder Trinkwasser in Beuteln. Doch dann sei sie von Männern sexuell missbraucht worden. „Ich konnte Mariam helfen, organisierte, dass sie das Camp verlassen konnte. Heute lebt Mariam wieder bei ihren Eltern“, berichtet Abbé Marcelin.

     

    Um noch viel mehr Menschen helfen zu können, plant er mit seinem Priesterkollegen, Abbé Charlemagne Sawadogo, ein umfassendes Projekt. In der Nähe jeder der drei großen Goldminen der Region wollen die beiden ein „Zentrum der Begleitung“ mit Versammlungs- und Unterrichtsräumen, einer Erste Hilfestation und einem Gebetsraum errichten. Dort möchten sie, zusammen mit einem Team von Gemeindehelfern und Sozialarbeitern, Kinder und Jugendliche betreuen. „Die jungen Menschen brauchen Ansprechpartner, die ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufbauen, die ihnen zuhören und ihnen eine echte Perspektive für ihr Leben aufzeigen können“, erklärt Abbé Marcelin.

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